Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Rudolf Kner, 
Bestätigung oder Widerlegung einer von Physiologen bereits ausge 
sprochenen Ansieht zu finden glaubte. Derartige Bemerkungen betref 
fen zumeist den muthmassliehen Zweck der Blinddärme, hinsichtlich 
dessen auch Batlike selbst allmählich seine Ansicht änderte, wie 
sich nachfolgend ergeben wird. . 
Bei so ganz verschiedenem Gesichtspunkte, von dem Rathke’s 
Arbeiten ausgehen, konnten sie mir begreiflicher Weise nur wenig 
Anhalt gewähren, und dies noch um so geringer, als seine älteren 
systematischen Benennungen der Fische häutig unklar lassen , welche 
Species des derzeit herrschenden Systemes darunter gemeint seien'). 
Die von Rathke beigefiigten Abbildungen sind ebenfalls wenig ge 
eignet, zum Vergleich mit den meinigen zu dienen. Er zog es vor, sie 
in der Ansicht von unten zu geben; ich meinerseits konnte zum 
Theile dies nicht tliun, da ich die Exemplare des k. k. Museums mög 
lichst schonen musste, zum Theile möchte ich aber überhaupt die 
Seitenansicht von rechts vorziehen, da hiebei der Darmcanal auch 
fast in natürlicher Lage bleibt (nur sanft hervorgezogen zu werden 
braucht), ausserdem aber die rechte Seite des Magens und Darmes 
stets ungleich mehr charakteristische Eigenthiimlichkeiten darbietet, 
als die linke, und weil endlich hiebei auch die Krümmungsverhält 
nisse des Darmcanales am besten anschaulich werden. 
Bei den folgenden Untersuchungen wurden hinsichtlich der 
Blinddärme alle schon früher genommenen Anhaltspunkte wieder 
berücksichtiget, so weit sie sich mir als beachtenswerth bewährten. 
In Betreff der Zahl der Blinddärme glaube ich die schon in meiner 
früheren Mittheilung gemachte Bemerkung hier wiederholen zu müssen, 
dass nur geringe Zahlen verlässlich seien, dass es aber bei grösseren 
um ein Plus oder Minus von einigen Einheiten für dieselbe Species 
sieb nicht mehr bandle 3 ). Die Länge und Dicke der Blinddärme 
1 ) Als untersuchte Salmoniden führt Rathke nämlich an: Salmo sular, 
Irutta (?), Gödeni (?), eperlanus, spirinehus, thymultus, maraena (!), 
maracnula und labrax. 
3 ) Rbthko iiussert sich hierüber nicht im Allgemeinen, doch setzt er in 
seinen Angaben für einzelne Arten auch meist nicht feste Zahlen an, so 
z. B. für Salmo Irutta 30— 33, für Salmo sular 80 — 90, für Salmo 
maraena ICO— : 170, für alle Stinte dagegen die Zahl 5. Vogt's Aus 
spruch (in dessen übrigens vortrefflichen zoologischen Uriefen), dass die 
Zahl der Blinddärme für die einzelnen Arten sehr fix und bestimmt sei, 
kann ich daher nicht durchgehende bestätigen.
	        

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