Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Brücke. Vor gl. Bemerkungen über Farben und 
stücken unter dem Mikroskop bewegt hätten. Ich habe ihre Bewe 
gungen nur an dem Thiere selbst und unter dem Einflüsse der Elek- 
trieität mit der Doublette beobachtet. 
Was die Chromatophoren selbst anlangt, so nennt sie II a r- 
1 ess S. 41 cöntractile Säcke, ich habe aber keine Spur von Contrac- 
tilität an ihnen wahrnehmen können, und mir ist auch weder von H a r- 
less selbst, noch von sonst jemand eine Beobachtung bekannt, ver 
möge welcher man ihnen Contractilität zuschreiben könnte. H a r 1 es s 
selbst scheint im Laufe seiner Arbeit seine Ansicht über diesen Gegen 
stand geändert zu haben, indem er noch Seite 39 die Zusammenzie 
hung der Chromatophoren von der Elasticität herleitet, womit ich 
völlig übereinstimme. 
Ich muss wenigstens in Rücksicht auf Octopus mich der Ansicht 
Rudolf W a g n e r’s wieder zuwenden, dass die Membran, welche 
dasPigment zunächst umschliesst, eine Zellenmembran sei. Die 
Grösse ist kein entscheidender Grund dagegen, wenn man die eigen- 
thümliclien mechanischen Verhältnisse berücksichtigt, unter denen 
sie vegetirt, lind Kölliker fand im Embryo den Durchmesser der 
Chromatophoren, wenn sich in ihnen zuerst Pigment zeigt, nur gleich 
0-006 bis 0-009 Linien. Ich finde die Membran nach innen glatt und 
structurlos, und die organischen Elemente, welche Harless in der 
selben beschreibt, scheinen mir nur von aussen angelagert zu sein. 
Kö 11 if eh, der die Chromatophoren auch nicht für Zellen hält, son 
dern sie Pigmentflecken nennt, führt an, dass in der ersten Zeit, wenn 
sie zur Erscheinung kommen, in jeder derselben eine Embryonalzelle 
mit ihrem Kernchen liegt, aber auch in jeder Ganglienkugel liegt ein 
Gebilde, das von einer gekernten Zelle nicht zu unterscheiden ist, und 
doch stehen wir nicht an, die Ganglienkugeln den Zellen beizuzählen, 
da ihre structurlose Hülle so wie die Scheide der Nervenröhre, die von 
ihr ausgeht in ihrer ersten Anlage die Wand einer Embryonalzelle ist. 
Im ausgewachsenen Octopus scheint der Inhalt der Chromato 
phoren eine gerinnbare Substanz zu enthalten, denn so lange die 
Reizbarkeit dauerte waren die Pigmentkörner gleichmässig in dem 
selben vertheilt, längere Zeit nach dem Tode aber sammelten sie sich 
in einzelne grössere oder kleinere Gruppen. 
Ausser diesen schwarzen oder rothbraunen Pigmentzellen führt 
die Haut von Octopus vulgaris nur noch gelbe, welche aber ihre 
Form nicht verändern.
	        

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