Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Hyrtl. lieber Pori abdominales, elc. 
gebogene Stück des Bulbus gleich in zwei paarige Zweige, welche 
die zweite und dritte Kiemen-Arterie erzeugen, und als vierte Kiemen- 
Arterie endigen. Polypterus, welcher keine Operkularkieme hat, be 
sitzt co ipso keine Arterie für sie. — Die Ordnung, in welcher die 
vier Kiemenbogen mit Blut vom Bulbus versehen werden, ist somit 
hei den Ganoiden von der ersten Kieme (oder von der Operkular 
kieme) zur vierten, bei allen übrigen Fischen (auch die Knorpel 
fische nicht ausgenommen) von der vierten zur ersten. Die Amia 
habe ich bezüglich ihrer Kiemen-Artcrien noch nicht vorgenommen, 
vermutlie jedoch nicht, dass sie diesen Charakter der Ganoiden be 
sitzt, weil ich ihn hei ihren nächsten Verwandten: Sudis niloticus 
und Erythrinuis unitaeniatus, vermisste. 
3. Die Arterien und Venen der Glandula thyreoidea der Ganoiden, 
Die von Retzius hei den Knorpelfischen entdeckte, von 
Stannius mit der Thymus, von Simon und J. Müller mit der 
Thyreoidea verglichene, sehr gefäßreiche und schwammige Drüse 
kommt nach J. Müller allen Ganoiden zu. Bei Lcpidosteus 
liegt sie sehr weit nach vorn, und zwar zwischen der Befestigung 
der Zurückzieher des Zungenbeines (gewöhnlich Geniohyoidei ge 
nannt) am Zungenbein und den vordem (untern) Enden der ersten 
Kiemenbogen. Ich fand sie aus drei Lappen bestehen, von welchen 
der mittlere sich keilförmig zwischen die Geniohyoidei hineindrängt, 
und massiver ist als die beiden seitlichen, welche als flache, platte 
Flügel sich über das untere Ende der ersten Kiemenbogen erstrecken. 
Sie besteht aus einer Conglomeration geschlossener Bläschen. Bei 
Acipenscr liegt sie weiter nach hinten, zwischen den Ursprüngen 
der ersten Kiemenarterien, ebenso bei Polypterus, wo sie Müller 
paarig fand. In den beiden letzten ist sie bedeutend kleiner als hei 
Lcpidosteus. Die Arterien dieser gefässreichen Drüse entspringen 
bei den Ganoiden wie bei den Plagiostomen und Chimaeren aus einer 
ventralen Verlängerung der ersten Kiemenvene (Aortenwurzel), 
welche zum grössten Theil sich in der genannten Drüse verästelt, 
und nur schwache Ramificationen zum Boden der Mundhöhle 
schickt. 
Die sehr starken Venen münden in ein Venengeflecht ein, welches 
aus den Weichtlieilen am Unterkiefer und am Zungenbein sich ent 
wickelt, und längs der die Medianlinie schliessenden unpaaren Kno-
	        

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