Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

die Kiemen-Arterion und die Glandula ihyreoidea der Ganoiden. 183 
Die Kiemen-Arterien der Ganoiden unterscheiden sich jedoch, 
ausser dem bekannten Muskelbeleg ihres Bulbus arteriosus, noch 
sehr auffallend von jenen der übrigen Fische. Die Fortsetzung des 
Bulbus arteriosus der übrigen Fische nämlich verästelt sich so in 
den Kiemen, dass die paarigen Aeste für die hinteren Kiemenbogen 
zuerst, für die vorderen zuletzt entspringen. Die für den dritten und 
vierten Kiemenbogen bestimmten Arterien entspringen per truncum 
communem.; die für den zweiten und ersten Kiemenbogen isolirt aus 
der Fortsetzung des Bulbus. Die Stellung derselben ist, mit Aus 
nahme einiger Cyprinoiden, symmetrisch. Die Symmetrie erhält sich 
zwar auch bei den Ganoiden, aber die Fortsetzung des Bulbus geht 
nicht in derselben Richtung mit ihm nach vorn, sondern beugt sich 
nach rückwärts um, so dass der umgebogene Theil über den eigent 
lichen Bulbus und parallel mit ihm zu liegen kommt. Der muskulöse 
Beleg des Bulbus hört an der Umbeugungsstelle des rücklaufenden 
Stückes plötzlich auf, und letzteres kann somit keine contractile 
Hülle besitzen. 
An der Umbeugungsstelle nun entspringt das Arterienpaar für 
die rechten und linken ersten Kiemenhogen, aus dem rücklaufenden 
Stücke aber (welches sehr kurz sein kann) jene für die zweiten, 
dritten und vierten Kiemenhogen in derselben Reihenfolge. Bei Lepi- 
(losteus, welcher, wie die Störe, eine paarige respiratorische Kiemen 
deckelkieme besitzt, entspringt die für diese Kieme bestimmte ein 
fache, mediane Arterie gleichfalls an der Umbeugungsstelle des Bul 
bus, und zwar in der Mitte zwischen den beiden ersten Kiemen 
arterien, ja sogar noch ein klein wenig früher als sie, so dass das 
Blut des Bulbus in die respiratorische Nebenkieme,' also in die am 
meisten vom Herzen entfernte Kieme zuerst gelangt. Bei Acipenser 
sturio und ruthenus ist die Arterie der Operkularkieme kein Ast des 
Bulbus, sondern der ersten Kiemen-Arterie;— sie ist also schon vom 
Ursprünge an paarig, während hei Lepidosteus das unpaare Gefäss 
für die beiden Nebenkiemeu sich erst weit vorn, nahe an der Inser 
tionsstelle der Zurückzieher des Zungenbeins in paarige, rechte und 
linke Zweige theilt. Das zurückgebogene Stück des Bulbus bleibt bei 
Lepidosteus eine Strecke weit einfach, gibt die zweite Kiemen- 
Arterie ab, und spaltet sich hierauf in zwei Zweige, deren jeder wie 
der gabelig in zwei Aeste zerfällt, die zum dritten und vierten Kie 
menhogen treten. Bei Acipenser und Polyptcrus zerfällt das um-
	        

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