Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

178 Kollar. Ueber eine Sendung; naturli. Gegenstände aus Egypten. 
Ueber eine Sendung naturhistorischer Gegenstände aus 
Egypten. 
Von dem w. M. V. Kollar. 
Der k. k. General-Consul C. W. Huber in Alexandrien sendet 
unter meiner Adresse einige Sämereien und andere Pflanzentheile, 
die ihm aus dem Sudan und Abyssinien zugekommen sind und fügt 
folgende Bemerkungen über die einzelnen Gegenstände bei: 
Nr. I. Die Blütlie der Brayera anthelmintica „Das ehau” 
im Sennaar und „Kopso” in Abyssinien genannt. Kopso ist der 
arabische Name des Bandwurmes, und diese Blütlie wird zur Vertrei 
bung desselben mit dem besten Erfolg angewandt. Man stösst sie zu 
Pulver und lässt sie über Nacht im Wasser eingeweicht. Sechs Medi- 
cinal-Drachmen Morgens nüchtern genommen, wirken meist schon 
nach 2—3 Stunden, wobei man an dem Wurm nicht ziehen darf, um 
ihn nicht zu zerreissen. 
Nr. II. Die Früchte des in Kordofan, unter dem Namen „Tabal- 
die” und am weisseu Flusse unter dem allgemeinen Namen „Gon- 
golas” vorkommenden oft zu mehr als 15 Fuss im Durchmesser an 
wachsenden Baumes Adansonia diyitata, dessen Blätter und Früchte 
den Elephauten und Giraffen zur Nahrung dienen, das Innere der 
Frucht aber zu Pulver gestossen und mit Wasser vermischt, ein 
säuerliches, erquickendes Getränk für Menschen liefert. 
Nr. III. Früchte eines in Kordofan vorkommenden Baumes, deren 
Kern, trocken zwischen den Zähnen zermalmt, einen bittern Ge 
schmack verursacht, der sich aber augenblicklich in einen lieblich 
süssen verwandelt, sobald man Wasser dazu in den Mund nimmt i )- 
Nr. IV. Früchte einer nur in der grossen nubischen Wüste zwi 
schen der Bergkette des Refft und der von llat-el-mora vorkommen 
den Palmenart 3 ). 
1 J Nach des k. k. Hof-Garten-Directors, Herrn II. Schott, Bestimmung: die 
Saamen von Hyperanthcra, Moriny. 
“) Diese Früchte stammen nach Herrn Kotscliy's Aussage von der von ihm 
im Jahre 1837 in der nubischen Wüste entdeckten Palmen-Spccies „Cuci- 
feru Argun Mart. Delacli oderArgun” von den Eingeborenen genannt.
	        

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