Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

ÜÜÜÜ 
Rectification des Gehaltmessers der optischen Bierprobe. 171 
deutlich im Gesichtsfelde erscheint. Das Bild des Metallfadens wird 
jetzt nicht genau das Fadenkreuz des Oculars halbiren, sondern nach 
der einen oder andern Seite liegen. Durch Drehen der Mikrometer- « 
schraube kann aber der Metallfaden seitlich geschoben werden und 
man dreht daher, indem man durch das Mikroskop sieht, bis der 
Metallfaden das Fadenkreuz halbirt.” Allein eine Halbirung der Wechsel 
winkel, welche die Kreuzfaden bilden, lässt sich nur dadurch erzielen, 
dass das Mikroskop oder das Ocular um seine Axe gedreht wird, 
während die Prismen und also auch der Metallfaden dieselbe Lage 
behalten. Da das Bild des Metallfadens durch die vergrössernde Wir 
kung des Mikroskopes von bedeutendem Durchmesser erscheint, so 
lässt sich seine Halbirung durch das Fadenkreuz direct nicht sicher 
schätzen. Wenn man aber beachtet, dass die Kreuzfäden mit beiden 
Seiten des Objectivfadens scharfe Winkel bilden, die, gegen den 
Himmel betrachtet, licht erscheinen, während die Fäden dunkel sind, 
so können diese Lichtwinkel in der untern Hälfte des Gesichtsfeldes 
durch die Mikrometerschraube symmetrisch gegen den Metallfaden 
und so gelegt werden, dass ihre Spitzen in gleicher Höhe stehen, 
oder dass eine gerade Linie durch die Spitzen der Lichtwinkel ge 
legt, zugleich senkrecht auf den Rändern des Metallfadens steht. 
Wäre der Winkel der Kreuzfäden durch den Metallfaden in dieser 
Lage nicht genau halbirt, so würden die ähnlichen Lichtwinkel der 
obern Hälfte des Gesichtsfeldes nicht gleichzeitig auch in gleicher 
Höhe stehen, wenn die untern in gleicher Höhe sich befinden. Man 
hat daher an dem Ocular oder an dem Mikroskopkörper gegen die 
Prismen so lange drehend zu verstellen, bis die obern Lichtwinkel 
und die untern Lichtwinkel gleichzeitig in gleicher Höhe erscheinen. 
Sicht man durch das Instrument jetzt gegen eine schmale Licht 
quelle — etwa ein Licht oder eine schmale senkrechte Oeffnung 
des Fensterladens — und dreht dabei das Instrument langsam nach 
der einen oder der andern Seite von der grössten Helligkeit aus, 
so wird man bemerken, dass die zwei untern Lichtwinkel nicht genau 
in gleicher Höhe bleiben. Diese Erscheinung, die sogenannte Parall 
axe, rührt daher, dass das Bild der Ränder des Metallfadens nicht 
genau in derselben Ebene mit den Kreuzfäden des Oculares liegt. 
Es muss daher das Objectiv noch so viel verstellt werden, bis diese 
Veränderlichkeit der Höhe der Lichtwinkel ganz verschwindet, man 
mag links oder rechts von der Lichtquelle abgehen. Es lässt sich 
i
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.