Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof. P. Rochierter. 
Ich verweise liier nur desshalb auf diese Notiz, weil sie am 
besten geeignet sein dürfte, zu zeigen, wie wenig Thalsachen damals 
bekannt und sichergestellt waren, die eine Beantwortung der Frage 
erlaubten: 
„In welchem Zusammenhänge stehen die Pflanzen, welche einer 
„natürlichen Familie angehören, unter einander in Hinsicht ihrer Zu 
sammensetzung?” oder was dasselbe ist: 
„Hängt die Aehnlichkeit der Pflanzen einer natürlichen Familie 
„in Rücksicht ihrer Form von einer Aehnlichkeit in der Zusammen 
setzung ah?” 
Vermuthungen über diesen Gegenstand sind zu wiederholten 
Malen geäussert worden. Ich führe als Beleg dafür hier nur die 
Worte von Berzelius 1 ) an: „Wahrscheinlich sind in den Pflanzen 
„der gleichen natürlichen Pflanzengruppen gemeinschaftliche Be- 
„standtheile enthalten, und in den Unterabtheiiungen dieser wieder 
„andere, für jede Unterabtheilung gemeinschaftliche, und es ist 
„wahrscheinlich, dass diese Stoffe in dem Ganzen in einem bestirnm- 
„ten Verhältnisse zu dem natürlichen Pflanzensysteinc stehen, welches 
„demnach die sicherste , wissenschaftliche Grundwahl für die Auf 
stellung der specielleren, chemischen Producte des Pflanzenreiches 
„abgeben würde. Aber die Wissenschaft ist noch nicht zu dem 
„Grade von Entwickelung gekommen, dass sich auf das natürliche 
„System Etwas hauen Hesse, denn die Anzahl von untersuchten 
„Pflanzen und entdeckten Stollen ist so gering, dass der -wissen 
schaftliche Zusammenhang zwischen den zerstreuten Theilen noch 
„gänzlich fehlt.” 
AuehLiebig hat diese Ansicht getheilt; in Geiger’s Hand 
buch sind die organischen Basen nach den natürlichen Familien, in 
denen sie Vorkommen* eingetheilt, und gelegentlich erwähnt Lie big. 
dass die Pflanzensäuren, von denen man bereits eine grosse Anzahl 
kennt, wohl die charakteristischen Bestandteile der verschiedenen 
Pflanzenfamilien sein mögen. 
Die Aehnlichkeit in der Zusammensetzung der Meconsäure und 
Chelidonsäure, das Vorkommen der Valeriansäure in Sambucus 
nigra und Viburnum opalvs, und andere derlei vereinzelte Tliat- 
*) Lehrbuch der Chemie von J. Berzelius, aus dem Schwedischen über 
setzt von Wühler. IIL Bd., 2. Abth., S. 747. Dresden 1828.
	        

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