Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

sich theilen u. s. w., aber die Paläontologie bleibt bis jetzt das 
Stiefkind des Professors der Geologie und darum lieferte vorzüglich 
seit dem Tode Lamarck’s und Cuvier’s das Museum so wenig 
Material für die Fortschritte der Paläontologie, indem es in andern 
Fächern Tüchtiges hervorbrachte. Bald wird aber auch der 
eigentliche Professor der Paläontologie ernannt werden. 
Da Oesterreich jetzt ein kaiserliches geologisches Reichs- 
Institut besitzt und wahrscheinlich im Zusammenhänge mit diesem 
bald mehrere neue Professuren der Geologie errichtet werden, so 
wäre es an der Zeit, auch an Professuren über Paläontologie zu 
denken, da es jetzt keine gründliche Geologie ohne diese letztere 
mehr gehen kann. Um aber über Paläontologie gehörig vortragen 
zu können, muss man bedeutende Sammlungen und Vorarbeiten 
haben, so dass, um rasch ans Ziel der Bildung einer österreichi 
schen paläontologischen Schule zu kommen, kaum nur die Berufung 
auswärtiger Celebriläten, wie eines Bronns oder Roeiner mit 
ihren Sammlungen recht wirken könnte. Den besten Beweis 
meines Vorschlages liefert der ähnliche Fall des berühmten Mo hs, 
so wie er doch nur als einzelner Mann nicht nur die Mineralogie 
gehoben, sondern auch viele Schüler hinterlassen hat, so würde es mit 
meinem Professor der abgestorbenen organischen Welt gehen. Unsere 
jetzigen schätzbaren Paläontologen würden mehr Vergleichungs 
momente finden und in jeder vaterländischen Universität würden 
sich bald junge Kräfte für die paläontologische Lehre finden. 
Man muss aber auch wissen, dass die ausländischen Paläonto 
logen in diesem Augenblicke vorzüglich aus den österreichischen 
Ländern neue Entdeckungen und Erweiterungen der Petrefacten- 
lehre erwarten, weil diese Theile Europas unter die reichsten und 
mannigfaltigsten in diesem Fache gehören. Das Oesterreichisch-Palä- 
ontologische würzt in diesem Augenblicke ihre Wissenschaft, sie 
können es nicht entbehren, so dass wenn man sich bei uns dessen 
Hebung angelegen sein liesse, wirklich das allgemeine Wissen 
einige Fortschritte machen würde, die sonst nur viel langsamer 
Statt fänden. 
Da die Beförderung des Wissens einer der Hauptzwecke der 
kaiserlichen Akademie bleibt, so habe ich mir diese wenigen An 
deutungen heute erlaubt, und mache nur noch auf die Ehre auf 
merksam, die dem Ministerium des Unterrichts durch die ganz
	        
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