Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Haus lab. Aufnahme der 
welche jetzt im k. k. Kriegs-Archive aufbewahrt wird, erlaube ich 
mir hier der Classe zur Ansicht vorzulegen. 
Es kann nicht meine Absicht sein, der hochverehrten Versamm 
lung einen Vortrag über die jetzt vielbearbeitete Natur der Gletscher 
halten zu wollen, ich beabsichtige nichts weiter, als auf ein officielles 
Document über eine vor so langer Zeit in Österreich zu Stande 
gebrachte Leistung hinzuweisen. 
Ohne im Geringsten den Verdiensten der spätem Naturforscher, 
die ausgedehntere physikalische Zwecke verfolgten, nahe zu treten, 
mache ich bemerklieh, dass diese Aufnahme doch, wie es auch ihr 
alleiniger Zweck war, bereits ein, soviel es der Massstab erlaubt, 
deutliches Bild der plastischen Form der Gletscher gibt, und somit 
für sich allein ohne alle Worte zu einer genauen Kenntniss derselben 
verhelfen kann. 
Auf den vorliegenden Blättern sieht man deutlich, dass die 
Gletscher nichts anders als flache Ausfüllungen von Thalbecken sind. 
Die Schneegrenze erscheint hier als die Durchschnittslinie einer 
ziemlich horizontalen Ebene mit der sich senkenden Kante der Ge 
birgsrücken, und läuft endlich in eine Spitze aus. 
Da die Klüfte getreu nach der Natur gezeichnet sind, sieht man 
wo wirkliches, Klüfte bildendes Eis und wo nur Schnee sich befindet. 
Man sieht wie die Felskämme auf der rauhen Windseite mit 
Schnee bedeckt, auf der mildern davon frei sind. 
Wie die Zweige auf einer Seite der Rücken länger sind als auf 
der andern, und grössere Kore bilden. 
Man sieht die Trennung der'Rhalausfüllenden Eismasse von den 
steilen Felskämmen durch die Bergkluft, ähnlich der Absonderung 
des gefrornen Wassers von seinem Gefässe. 
Man sieht den Unterschied der hangenden von den liegenden 
Gletschern. 
Erstere füllen die durch Seitenzweige auf der Höhe der Gebirgs 
rücken gebildeten flachen Kore aus, und ihre Zunge hängt auf der 
vierten nicht eingedämmten Seite über den steilen Abhang der Thal 
wand herunter und bildet, durch den Übergang aus einem flachen in 
ein steileres Gefälle gleichsam gebrochen, Querklüfte. 
Auf einer Seite der Gebirgsrücken, wo sich die grösseren Kore 
befinden, sind auch die hangenden Gletscher bedeutender als auf der 
andern.
	        
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