Full text: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

H a i d i u g e r. Meteor-Staubfälle, 
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erhalten. Leider sammelt man noch zu wenig für wissenschaftliche 
Zwecke. Bei diesem Vivianit muss man sogar noch dem Zufalle 
dankbar sein, der selbst ganz ohne dass man eigentliche Kenntniss 
von der Species hatte, das einzige Exemplar für das k. k. Hof-Mine- 
ralien-Cabinet rettete. 
III. Herr Bergrath Hai ding er machte noch folgende dritte 
Mittheilung: 
Ich bitte um die freundliche Aufmerksamkeit der hochverehrten 
Classe für ein Wort über eine Naturerscheinung, die uns durch ein 
neuerliches Ereigniss ganz nah gestellt ist, und von der ich über 
zeugt bin, dass sie uns fort und fort und mit desto grösserem An- 
theile beschäftigen wird, je näher wir ihrer eigentlichen Erklärung 
kommen, ich meine die Meteor-Staubfälle und insbesondere 
den in Wien vom 1. Februar dieses Jahres: 
Mancherlei hatte in dem letzten Jahre auf das Vorkommen der 
selben aufmerksam gemacht. Der Fall am 31. März in den Alpen 
von Chambery bis Gastein war vielfältig besprochen worden; der 
vonDeffereggen von Millplaner, Öllacher, Heinisch, Kanka, 
der von Rauris und Gastein trefflich geschildert von Werks tätter 
und Reissacher. Ehrenberg hatte auch den Tirolerstaub der 
scharfen Sichtung in einer Wissenschaft unterworfen, die er beinahe 
selbst erst geschaffen hat. Ich schickte ihm Proben des Staubes von 
Salzburg. Ich setze hier die einzelnen Angaben nicht näher aus 
einander, die in den Versammlungen von Freunden der Naturwis 
senschaften am 1. October, 12. November und 31. December 
besprochen, in dem III. Bande der „Berichte'’ S. 289, 390, 430, 
489 mitgetheilt sind. 
Ich bemerkte die schmutzig-bräunliche Färbung des Schnees 
an seiner Oberfläche, als ich am Morgen des 1. Februars aus mei 
ner Wohnung in das montanistische Museum ging. Als ich es 
wieder in Begleitung des Cabinets-Dieners Richter verliess, 
machte die gleiche Bemerkung desselben, wie wir die grosse Flä 
che des Glacis vor uns hatten, einen solchen Eindruck auf mich, 
dass das Phänomen eines Staubfalles nicht bezweifelt werden konnte. 
Mein verehrter Freund A. Löwe liess sogleich von dem nur ober 
flächlich liegenden gefärbten Schnee einsammeln, (der darunter 
liegende war vollkommen weiss), um ihn zu schmelzen, und durch 
Filtriren das röthliche Pulver zu sammeln. Herrn v. Hauer bat ich,
	        
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