Full text: Nuntiatur des Germanico Malaspina, Sendung des Antonio Possevino

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Romani Pontificis Nuneius alhie hochernenter I. F. D. durch allerley 
persuasionen und einbildung auch starckher bedroungen gleichsam 
dahin dringen und tzwingen thut, das I. F. D. dasjenig so unns in der 
erbhuldigung mit leiblichen gethanen ayde zugesagt unns nemblich 
bey allen unsern freyhaitten, Privilegien, erhaltenen löblichen ge¬ 
brauchen unnd gewohnhaiten, wie es I. F. D. in derselben eintrettung 
der landtsfürstlichen Regierung gefunden, zu halten unnd dabei handt- 
zuhaben, daneben auch was I. F. D. abermals mit zeyttigem rath mit 
landtsfürstlichen hochbeteuerten wortten zu vielmaln treuhertzig 
geredt, zugesagt unnd vei’sprochen unns bey unserer christlichen 
erkhenten unnd bekhenten Augspurgischen Confession unsern von 
alters here habunden khirchen unnd schuelen, rechten und gewon- 
haitten umbetrübt und umbekhummert bleiben zu lassen, wie dan 
denen herrn ungezweiffelt solchs mit mehrern ist fürkhommen und 
bewüst und also die erbhuldigung pacta promissa auffgerichten paci¬ 
ficationes, alles hindan setzen nichts darnach fragen und deren khains 
nit halten solle, noch zu halten schuldig sein, 2 ) daneben auch von 
denen benachtparten und walischen fürsten grossen einfal ins lanndt 
und bella denunciren 3 ) auch gegen I. F. D. habt vernemen lassen wie 
dan solchs I. F. D. übergebene schrifftcn mit mehrern ausweißen und 
lautter am tag geben, welchs zwar wir unns zu denchen khains wegs 
versehen, das der herr eben alhie in diesen one das auffs höchst be¬ 
drängten und gleich in des erbfeindts gewalt und rachen steckhenden 
landen, welche Gott lob in allen trewen und gehorsam I. F. D. zu- 
gethan und bißhero all ih vermügen an leib, gutt und bluet zu allem - 
und ieden nötten bey I. F. D. und zu rettung des geliebten vatter- 
landts gegen diesen bluetdürstigen erbfeindt der gantzen Christenhait 
auffgesetzt, ein solche erbärmliche Verwirrung und Verwüstung da¬ 
durch anzurichten gedengkt und nit trewhertzig ertragen wil ob es 
sich alhie in diesem lanndt Steyr (welches vor allen andern der ganzen 
teutschen nation, fürstenthumben und landen hoch und in sonderhait 
befreyt, daher auch von alters hero die freyen Steyrer genant werden) 
wie etwa anderer ortten wieder die gethane erbhuldigung, freyhaitten, 
rechten und gewonhait, sunderlich des gar an der haut anligenden 
erbfeindts und des gemainen manns bey den besten ortten dieses 
landts als perckwerckhen und dergleichen besorgenden verderblichen 
empörung halber khan thuen lassen oder nit, welches verderben nit 
2 ) Vgl. Nr. 27. 
3 ) Siehe Nr. 16, S. 65.
	        

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